Herbstrferien

18.10.19 ~25.10.19

 

  

ab.28.10.19

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Sport Akademie Seo
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Poomsae

Wie viele andere ostasiatische Kampfkünste, besitzt auch das Taekwondo eigene Bewegungsformen. Diese stellen festgelegte Choreografien von Angriffs- und Abwehrtechniken dar und werden im Kukki-Taekwondo Poomsae genannt. Die Stile der anderen Verbände haben jeweils eigene Bewegungsformen (ITF: Tul, etc).

 

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen den Bewegungsformen für Schülergrade, den Taegeuk Poomsae und den Bewegungsformen für die Lehrgrade, auch Yudanja Poomsae.

 

Die heutigen Bewegungsformen sind bei weitem nicht die einzigen in der Geschichte des Taekwondo und sind mit ihrem Entstehungsjahr 1972 noch relativ jung. Während in der Anfangszeit des Taekwondo noch jeder Kwan eigene Bewegungsformen hatte, entschied man sich mit der Vereinigung der Kwan und der Gründung des Taekwondo eigene Bewegungsformen zu schaffen. Im Zuge dessen wurden 1967 die sogenannten Palgwae Poomsae und die noch heute praktizierten Yudanaja Poomsae geschaffen. Aus diversen Gründen entschied man sich jedoch die Palgwae Poomsae durch neue Bewegungsformen zu ersetzen. 1972 wurden die neuen Taegeuk Poomsae fertiggestellt und eingeführt. Auch die erste Form der Yudanja Poomsae, die Form Koryo, wurde neu zusammengestellt.

 

Seit dem werden im Kukki-Taekwondo fast ausschließlich die Taegeuk- und Yudanja Poomsae praktiziert, wobei in einigen Schulen auch zusätzlich die Palgwae Poomsae trainiert werden. Seit 2006 ist die Kategorie Poomsae auch offizielle Wettkampfdisziplin der WTF mit internationalen Ranglistenturnieren und Weltmeisterschaften.

 

Poomsae: Allgemeines

 

Während sich die Taegeuk Poomsae, wie auch die Vorgänger – die Palgwae Poomsae – im allgemeinen auf die koreanische Variante des taoistischen Klassikers Buch der Wandlungen (chin.: I Ging, kor.: Yeok Kyeong) orientieren, symbolisieren die Yudanja Poomsae hingegen verschiedene Konzepte aus der koreanischen Philosophie und wichtige Elemente der koreanischen Geschichte.

 

Während sich die Bezeichnung Taegeuk auf das im Westen als Yin-Yang-Symbol bekannte Zeichen bezieht, stehen die 8 Taegeuk Poomsae jeweils für eines der 8 Trigramme (kor.: Palgwae) aus dem Buch der Wandlungen. Sowohl das Taegeuk, als auch 4 der 8 Trigramme finden sich auch auf der koreanischen Flagge wieder.

 

Der Trainingsprozess bis zur vollkommenen Beherrschung der Poomsae sollte dabei laut dem Kukkiwon Taekwondo Textbook in folgenden fünf Schritten geschehen:

 

  1. Form – Beherrschung der äußeren Form inklusive Blickrichtung und korrekter Ausführung der Techniken.

  2. Bedeutung – hier soll der Fokus darauf liegen, den Schwerpunkt korrekt zu bewegen, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Stärken in der Ausführung zu berücksichtigen, korrekte Atmung einzusetzen und die Verbindungen und Übergänge zwischen den einzelnen Poom zu beachten.

  3. Praktische Verwendung – Der/die Praktizierende sollte nun das gelernte auf seine Anwendbarkeit hin untersuchen. Die Poomsae enthalten mehr Techniken, als der Einzelne für die praktische Anwendung benötigt.

  4. Individualisierung – Der/die Praktizierende sollte nun die Erkenntnisse aus Punkt 3 evaluieren und an seine eigene Körperstruktur, sowie eigene Vorlieben und Präferenzen anpassen.

  5. Vollendung – Die vollständige Beherrschung der Poomsae kann nur durch die Verbindung von Technik und Geist (Taekwondo Spirit) stattfinden

 

Im folgenden sollen kurz die Taegeuk Poomsae, sowie die ersten drei der Yudanja Poomsae vorgestellt werden:

 

 

Taegeuk Il-Jang

Taegeuk Il-Jang repräsentiert das Symbol Keon und steht somit für „Himmel“ und „Yang“. So, wie das Symbol Keon allen Anfang im Universum steht, so verkörpert Taegeuk Il-Jang auch den Beginn des Taekwondo Trainings. Die Poomsae ist charakterisiert durch besonders einfache und Grundlegende Bewegungen, wie die 3 Grundabwehrtechniken (Arae-, Momtong- und Olgeul-Magki), sowie die kurze- und lange Stellung (Ap Seogi, Ap Gubi Seogi), wobei der Großteil der Bewegungen in der kurzen Stellung ausgeführt wird.

 

Taegeuk I-Jang

Taegeuk I-Jang repräsentiert das Symbol Tae und steht für ein fließendes Gewässer. Die Poomsae soll damit inne Stärke und äußere Weichheit und Sanftheit verkörpern. Im Gegensatz zu Taegeuk Il-Jang taucht nun Fußtechniken wesentlich öfter auf. Dem Charakter der Poomsae entsprechend sollen die Techniken mit äußerer Entspanntheit und innerer Kraft ausgeführt werden.


Taegeuk Sam-Jang

Taegeuk Sam-Jang repräsentiert das Symbol Yi und steht somit für „Feuer“, bzw. für „heiß und hell leuchtend“. In diesem Zusammenhang soll diese Poomsae die Energie repräsentieren, die sich durch das Training bei dem/der Praktizierenden eingestellt hat. Die Handkante wird hier als neues Werkzeug eingeführt, ebenso auch die rückwärtige Stellung (Dwit Gubi) als neue Position.


Taegeuk Sah-Jang

Taegeuk Sah-Jang repräsentiert das Symbol Jin und steht somit für „Donner“. Wie der Donner soll auch Taegeuk Sah-Jang Kraft und Integrität verkörpern. Taegeuk Sah-Jang markiert den Übergang zum fortgeschritteneren Stadium des Trainings und so tauchen auch viele fortgeschrittenere Techniken im Vergleich zu den vorherigen Poomsae auf. Die rückwärtige Stellung (Dwit Gubi) taucht vermehrt auf. Darüber hinaus wird der Seitwärtstritt (Yop Chagi) eingeführt.


Taegeuk Oh-Jang

Taegeuk Oh-Jang repräsentiert das Symbol Son und steht somit für Wind. So wie der Wind je nach Situation kraftvoll und ruhig sein kann, soll auch die Ausführung von Taegeuk Oh-Jang diesem Geist entsprechen. Wieder werden neue Werkzeuge, wie der Ellenbogen eingeführt. Außerdem sind zum ersten Mal auch eingesprungene Techniken zu finden.


Taegeuk Yuk-Jang

Taegeuk Yuk-Jang repräsentiert das Symbol Kam und steht somit für Wasser. Wie das Wasser soll auch die Ausführung der Techniken weich und von stetigem Fluss gekennzeichnet sein. Als neue Techniken werden unter anderem der Halbkreistritt (Dollyo Chagi) eingeführt.


Taegeuk Chil-Jang

Taegeuk Chil-Jang repräsentiert das Symbol Gan und steht somit für „Berg“. Wie der Berg soll der/die Praktizierende unverrückbar und fest darstehen. So haben sich inzwischen auch die Grundlagen langsam verfestigt, sodass immer kompliziertere Kombinationen eingeübt werden können. Neue Techniken sind zum Beispiel die Tiger Stellung (Beom Seogi), Knieschlag (Mureup Chigi) und der Scherenblock (Kawi Magki).

 

Taegeuk Pal-Jang

Taegeuk Pal-Jang repräsentiert das Symbol Kon und steht somit für „Erde“ und „Eum“ ("Yin"). Wie die Erde beginn und Ende allen Lebens ist, steht auch Taegeuk Pal-Jang für den Beginn und das Ende. Sie markiert das Ende der Anfängerstufe und der Beginn eines ernsthaften Taekwondo Studiums. Das grundlegende Alphabet ist erlernt, jetzt geht es darum zu schreiben. Zum ersten Mal tauchen nun auch gesprungene Fußtechniken auf.

 

Poomsae Koryo

Bezieht sich auf das Reich Goryeo (Koryo). Im übertragenden Sinne bezieht sich auf einen straken, kriegerischen Charakter, verbunden mit einer intellektuellen Reife. Sie verkörpert somit auch die Einheit von Körper und Geist, kämpferischen- und intellektuellen Fähigkeiten und so im übertragenden Sinne die Verbindung von Schwert und (Schreib-)Feder.


Poomsae Keumgang

Keumgang bedeutet soviel wie „Diamant“. Sie verweist auf den Berg Keumgang auf der koreanischen Halbinsel, der als Symbol für koreanischen Nationalgeist steht. Keumgang bezieht sich außerdem auf die im Buddhismus verbereiteten „Keumgang Yoksa“, buddhistische Kriegerfiguren. Das Symbol der Poomsae bedeutet "Berg". In diesem Sinne soll auch die Ausführung der Poomsae stabil und kraftvoll sein.


Poomsae Taebaek

Taebaek Bezieht sich auf den Berg Paekdu, der als mythische Wiege des koreanischen Volkes gilt. Im übertragenden Sinne steht sie auch für Tangun, den mythischen ersten Herrscher der Koreaner, mit dem ein besonders humanitärer Charakter assoziiert wird. Das Symbol, das der Poomsae zugeordnet wird, bezeichnet die Brücke zwischen Himmel und Erde und verweist darauf, dass es der Mensch ist, der zwischen den beiden Extremen vermitteln muss.


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